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Industriefotografie in Thüringen - Fotos von "J. A. Topf & Söhne" digitalisiert


Am 19. September 2018 wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Homepage www.topfundsoehne-fotos.de für die Fotos der Firma J. A. Topf & Söhne in Erfurt freigeschaltet.

Diese Homepage ist das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts zur Industriefotografie des Hauptstaatsarchivs Weimar und dem Lehrstuhl Historische Anthropologie an der Universität Erfurt unter Leitung von Prof. Dr. Alf Lüdtke sowie der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.

Der Firmenname J. A. Topf & Söhne in Erfurt steht wie kaum ein anderer für die Mitschuld der Wirtschaft an dem durch die Nationalsozialisten in vielerlei Weise industriell betriebenen Massenmord. Das am 1. April 1885 als J. A. Topf & Söhne, Spezialgeschäft für Heizungsanlagen, Brauerei- und Mälzereieinrichtungen neu gegründete ehemalige Familienunternehmen betrieb als Nebenzweig der Produktion die Herstellung von Krematorien für kommunale Friedhöfe und Verbrennungsöfen für Krankenhäuser. Ab 1939 errichtete die Firma im Auftrag der SS in mehreren Konzentrationslagern – darunter Auschwitz und Buchenwald – Krematorien zum Verbrennen der Leichen der ermordeten oder auf andere Art ums Leben gekommenen Häftlinge sowie Lüftungsanlagen für Gaskammern. Sie trägt damit eine Mitverantwortung an der industriell organisierten Massenvernichtung von Menschen durch die Nationalsozialisten.

Die Firma hatte insbesondere für die betriebsinterne Dokumentation und Werbezwecken Fotos von zahlreichen ihrer Produkte, Industrieanlagen, dem Werksgelände sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anfertigen lassen. In den letzten Jahren wurden durch Studierende rund 2.700 Fotografien aus dem Weimarer Bestand "J. A. Topf & Söhne" erfasst, erschlossen und digitalisiert. Durch das Hauptstaatsarchiv wurden die Erschließungsinformationen 2017/18 überarbeitet und für die Präsentation vorbereitet. Der Öffentlichkeit wird damit ein wichtiges Beispiel der Industriefotografie in Thüringen zur Auswertung zur Verfügung gestellt.

Im Internet werden nun zunächst 370 Fotos präsentiert, die sich durch einen entsprechenden Aufdruck eindeutig als Werkfotos nachweisen lassen, für deren Nutzung das Landesarchiv Thüringen in der Nachfolge des im Jahr 1996 in Konkurs gegangenen Betriebs steht. Derzeit wird geprüft, an welchen weiteren Fotos ein eindeutiges Nutzungsrecht des Archivs nachweisbar ist, um auch diese in das Portal einzustellen.

Schüttfeuerung der Dresdner Preßhefen- und Spiritusfabrik J. L. Bramsch Dresden: LATh – HStA Weimar, J. A. Topf & Söhne Nr. 266, Bl. 1r

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