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Munitionsfund im Archivdepot


Eine Entdeckung eines Magazinarbeiters am 14. Juli 2020 im Archivdepot Suhl führt das abwechslungsreiche Gesicht der Archivarbeit vor Augen.

Übergabe Asservat
Übergabe des Asservates an die Polizeibeamten. (Foto: S. Holland-Nell)

Bei der Entmetallisierung einer Akte aus dem Bestand 4-51-102 Volkspolizeikreisamt Bad Salzungen kam aus einem eingebundenen Umschlag erstmals nach 30 Jahren eine scharfe Patrone – MPi Kalaschnikow-Munition – wieder ans Tageslicht. Diese hatte zur Wendezeit als Drohmittel gegen einen Leimbacher Bürger Verwendung gefunden und war nach Einstellung des erfolglosen Ermittlungsverfahrens gegen „Unbekannt“ im Juli 1990 als Asservat mit der Verfahrensakte zu den Akten gelegt worden.

Heute zeichnet das Staatsarchiv Meiningen für die Überlieferung der ehemaligen Deutschen Volkspolizei (DVP) auf kommunaler Ebene verantwortlich. Gegenwärtig werden die historisch wertvollen Unterlagen archivfachlich erschlossen und technisch bearbeitet, um sie für eine hoffentlich zahlreiche zukünftige Nutzung zu ertüchtigen. Dabei werden u. a. alle Aktenbestandteile, die z. B. durch Rost die Dokumente schädigen können, entfernt. Selbstverständlich verbleiben auch etwaige Gefahrenstoffe selbst als Beweismittel nicht in den Unterlagen.

Obwohl ein Munitionsfund zu den seltenen Ausnahmen zählt, haben die Archivdepotmitarbeiter sofort den richtigen Umgang gefunden: die Patrone wurde der Akte entnommen, in einem leeren Raum separiert, verschlossen und die Polizei verständigt. Binnen einer halben Stunde konnte das explosive Beweisstück in fachkundige Hände der Thüringer Landespolizei übergeben werden. In der Archivalie verbleibt stattdessen eine beschriebene Ablichtung als Aktenvermerk, für den die Polizei rasche Amtshilfe bei der Identifizierung des Projektils leistete.

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