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Weimar trifft Budapest – Austausch der Restaurierungswerkstätten


Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Ungarischen Nationalarchiv (Magyar Nemzeti Levéltár) und dem Landesarchiv Thüringen reisten Magdalena Izdebska (Restauratorin) und Désirée Busch (Buchbinderin), zwei Mitarbeiterinnen der Restaurierungswerkstatt, vom 17. bis zum 28. September 2018 nach Budapest.

Ungarisches Nationalarchiv (Foto: M. Izdebska)
Das Hauptgebäude des Ungarischen Nationalarchivs, das 1923 bezogen wurde (Foto: M. Izdebska)
Frau Izdebska bei der Trockenreinigung (Foto: D. Busch)
Frau Izdebska bei der Trockenreinigung der Flurkarte aus dem 18 Jahrhundert (Foto: D. Busch).
Austausch Restaurierung in Budapest (Foto: M. Izdebska)
Frau Busch beim Entfernen des alten Klebstoffes. Die Karte wird mit Kleister bestrichen, damit der alte Klebstoff quillt und sich ablösen lässt. Um schnelles Austrocknen zu verhindern, wird die Karte dabei mit Folie abgedeckt (Foto: M. Izdebska).

Unter der Organisation des Nationalarchivs besuchten sie zahlreiche Kultureinrichtungen der Stadt. Sie lernten den Arbeitsalltag der ungarischen Kolleginnen und Kollegen kennen und konnten ihre Erfahrungen und ihr fachliches Wissen untereinander austauschen.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Archivleiter am ersten Tag, begann der Austausch mit einer Führung durch einen Teilbereich (Bestände von 1724 bis 1848) des umfangreichen Magazins im Hauptgebäude. Dabei wurden die Problematik der Umverpackung der dortigen Akten sowie die Schwierigkeit der Lagerung und Klimatisierung von Beständen in historischen Gebäuden thematisiert.

 

Durch den mehrmaligen Aufenthalt in der Restaurierungswerkstatt des Nationalarchivs erhielten Frau Izdebska und Frau Busch einen sehr guten Einblick in die tägliche Arbeit der Kollegen. Der Umgang mit großen Akten-Konvoluten und die individuelle Behandlung fragiler Objekte vor Ort waren für sie besonders eindrucksvoll.

Natürlich durften die beiden auch ihre Fähigkeiten einsetzen und an einigen Objekten mitarbeiten. Als Hauptthema restaurierten sie eine handkolorierte Flurkarte aus dem 18. Jahrhundert. Diese zeigt den Ort "Draschina", eine deutsche Siedlung im heutigen Rumänien. Die Restaurierung fand Schritt für Schritt nach dortiger Methode aber auch nach Absprache mit der leitenden Restauratorin statt.

Weitere Besuche führten die beiden durch die Sicherungsverfilmung des Außenlagers des Nationalarchivs und in die Szechenyi Nationalbibliothek. Dabei bot sich stets die Gelegenheit zum Austausch mit den Kollegen der unterschiedlichen Fachgebiete.

 

In der Hochschule der bildenden Künste wurde ihnen sehr ausführlich das facettenreiche Ausbildungsmodell "Restaurierung" vorgestellt. In Verbindung damit stand eine Finissage der studentischen Diplom-Abschlussarbeiten im Nationalmuseum, zu der sie als Gäste eingeladen waren.

Ebenfalls durften sie als Fachpublikum an einer Restauratorenkonferenz im Nationalarchiv mit verschiedensten Vorträgen über die Restaurierung in Archiven, Bibliotheken und Museen teilnehmen.

Während des zweiwöchigen Aufenthaltes knüpften Frau Izdebska und Frau Busch viele Kontakte mit ungarischen Kollegen, die sicherlich auch in Zukunft kompetente Partner auf den verschiedenen Fachgebieten der Restaurierung sein werden.

Einen herzlichen Dank, dass dieser Austausch ermöglicht und organisiert wurde!

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