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Über uns

Die Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes verlängern den Vertrag zur Abwehr aller Angriffe in Glaubenssachen um weitere zehn Jahre (1536). / LATh-HStAW, EGA, Urkunden Nr. 1722 (Ausschnitt)

Das Landesarchiv Thüringen wurde durch Zusammenlegung der Thüringischen Staatsarchive Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen und Rudolstadt und des Hauptstaatsarchivs Weimar zum 13. Juli 2016 gebildet.

Das Landesarchiv versteht sich als Dienstleister der Verwaltung, für Thüringer Behörden und Gerichte sowie für Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen seiner Aufgaben, die im Thüringer Archivgesetz verankert sind, nimmt es identitätsstiftende, kulturerhaltende und rechtsstaatliche Funktionen wahr.

 

Funktion und Bedeutung des Landesarchivs Thüringen

Regionale Schätze - Überregionale Strahlkraft

Das Landesarchiv Thüringen dokumentiert das Verwaltungshandeln in der Region seit dem 8. Jahrhundert ebenso wie die Alltagsgeschichte der Menschen, die hier lebten und leben. Es bewahrt zudem in seinen Abteilungen historische Quellen von nationaler und internationaler Bedeutung.

Erwähnt seien nur die Quellen zur Geschichte der Reformation – besonders im Staatsarchiv Altenburg und im Hauptstaatsarchiv Weimar – oder zu den dynastischen Verbindungen mit europäischen Herrscherhäusern wie Belgien, Portugal und England im Staatsarchiv Gotha. Die Belege für die engen politischen Verbindungen nach Böhmen werden im Staatsarchiv Greiz aufbewahrt und im Staatsarchiv Meiningen die für die europaweite Strahlkraft des dortigen Theaters im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Staatsarchiv Rudolstadt finden sich die Quellen zur Wahl des Grafen Günter XXI. von Schwarzburg-Blankenburg zum Deutschen König 1349 und in Weimar zur Entstehung des Staatlichen Bauhauses.

In diesen Kontext gehören aber auch Archivalien, welche staatliches Unrecht und Menschenverachtung dokumentieren, allen voran die Akten des Konzentrationslagers Buchenwald, die das Hauptstaatsarchiv Weimar aufbewahrt.

  • Das Landesarchiv fußt auf den gewachsenen Archivstrukturen der Thüringer Kulturlandschaft. Alle Standorte des Landesarchivs Thüringen haben eine mehrere Jahrhunderte zurückreichende Geschichte, welche die Entwicklung der thüringischen Kleinstaatenwelt in den vergangenen Jahrhunderten widerspiegelt. Angesiedelt in den ehemaligen Residenzen Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen, Rudolstadt und Weimar bilden sich in den Abteilungen des Landesarchivs Thüringen noch deutlich die historischen Behördenstrukturen jener Territorialstaaten ab, deren Staatswesen mit der Aufhebung der Monarchie 1918 untergingen.

    In Folge des Zusammenschlusses der thüringischen Einzelstaaten zum Land Thüringen im Jahr 1920 entstanden 1923 aus den Archiven der bisherigen Fürstentümer die Thüringischen Staatsarchive, denen 1932 mit der "Thüringischen Archivordnung" ein gesetzlicher Rahmen gegeben wurde. Nach der Auflösung der Länder in der DDR 1952 verloren diese Staatsarchive ihre Bindung an die nicht mehr existente föderative Struktur. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 erhielten sie unter der Kulturhoheit des neuen Bundeslandes einen neuen Status als öffentliche Archive des Freistaates Thüringen. Im Jahr 2016 wurden die zuvor selbständigen sechs Staatsarchive organisatorisch zu einem Landesarchiv Thüringen zusammengefasst.

    Das Landesarchiv ist eine der Thüringer Staatskanzlei nachgeordnete obere Landesbehörde und arbeitet auf Grundlage des Thüringer Archivgesetzes vom 29. Juni 2018. Die Abteilung Hauptstaatsarchiv Weimar ist für die zentralen Landesbehörden des Freistaates zuständig. Darüber hinaus ist allen Abteilungen ein Sprengel zugewiesen, in dem sie für die nachgeordneten Behörden des Bundes und des Freistaates Thüringen zuständig sind.

Zur Bedeutung der Archive für Staat und Gesellschaft

Die Archivdeklaration (UDA) der UNESCO

Am 10. November 2011 verabschiedete die 36. Generalversammlung der UNESCO die Archivdeklaration (Universal Declaration on Archives - UDA). Sie stellt zwei zentrale Funktionen von Archiven heraus, die als kulturbewahrende Institutionen und als unverzichtbarer Bestandteil des Rechtstaates gewürdigt werden.

Initiiert wurde die Archivdeklaration vom Internationalen Archivrat (International Council on Archives). Die UNESCO ruft alle Mitgliedstaaten auf, nach den Prinzipien der Deklaration zu handeln. Diese liegt inzwischen in über dreißig Sprachen vor.

UDA Kurzfassung vergrößerte Ansicht
Kurzfassung der Archivdeklaration (UDA) der UNESCO

Selbstverpflichtung im Dienste der Qualitätssicherung

Gute wissenschaftliche Praxis

Wissenschaft gründet auf Redlichkeit. Diese ist eines der wesentlichen Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis und damit jeder wissenschaftlichen Arbeit. Nur redliche Wissenschaft kann letztlich produktive Wissenschaft sein und zu neuem Wissen führen. Unredlichkeit hingegen gefährdet die Wissenschaft. Sie zerstört das Vertrauen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander sowie das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft, ohne das wissenschaftliche Arbeit ebenfalls nicht denkbar ist.

Das Landesarchv Thüringen setzt daher die Empfehlungen der DFG zur "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" um und verpflichtet sich damit zu wissenschaftlicher Redlichkeit.

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