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Das Landesarchiv Thüringen

Blick ins Tiefmagazin im Hauptstaatsarchiv Weimar (Foto: Landesarchiv Thüringen)

Funktion und Aufgaben

Das Landesarchiv ist eine der Thüringer Staatskanzlei nachgeordnete obere Landesbehörde. Es wurde durch Zusammenlegung der Thüringischen Staatsarchive Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen und Rudolstadt und des Hauptstaatsarchivs Weimar zum 13. Juli 2016 gebildet.

Die Leitung des Landesarchivs hat ihren Sitz in Weimar. Dort befinden sich auch die Zentralen Werkstätten (Restaurierungs- und Fotowerkstatt) und die Sicherungsverfilmungsstelle Thüringen. Die Grundsatzangelegenheiten Personal und Haushalt werden durch die Gemeinsame Verwaltung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie und des Landesarchivs wahrgenommen. Bauangelegenheiten liegen in der Zuständigkeit des Landesamts für Bau und Verkehr.

Das Landesarchiv versteht sich als Dienstleister der Thüringer Verwaltung, für Thüringer Behörden und Gerichte sowie für Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen seiner Aufgaben, die im Thüringer Archivgesetz verankert sind, nimmt es identitätsstiftende, kulturerhaltende und rechtsstaatliche Funktionen wahr.

Landesarchiv

Akten

Urkunden

Fotografien

Karten

Plakate

Drucksachen

Gesetzblatt für das Land Thüringen vom 7. November 1990, Titelblatt

Sammlungen und Nachlässe

Zeitungen

Titelblatt Das Volk vom 19. Oktober 1967

Siegel und Petschaften

und vieles mehr

blauer Hintergrund mit drei Punkten

Regionale Schätze - überregionale Strahlkraft

Das Landesarchiv Thüringen dokumentiert das Verwaltungshandeln in der Region seit dem 8. Jahrhundert ebenso wie die Alltagsgeschichte der Menschen, die hier lebten und leben. Es bewahrt zudem in seinen Abteilungen historische Quellen von nationaler und internationaler Bedeutung.

Erwähnt seien nur die Quellen zur Geschichte der Reformation – besonders im Staatsarchiv Altenburg und im Hauptstaatsarchiv Weimar – oder zu den dynastischen Verbindungen mit europäischen Herrscherhäusern wie Belgien, Portugal und England im Staatsarchiv Gotha. Die Belege für die engen politischen Verbindungen nach Böhmen werden im Staatsarchiv Greiz aufbewahrt und im Staatsarchiv Meiningen die für die europaweite Strahlkraft des dortigen Theaters im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Staatsarchiv Rudolstadt finden sich die Quellen zur Wahl des Grafen Günter XXI. von Schwarzburg-Blankenburg zum Deutschen König 1349 und in Weimar zur Entstehung des Staatlichen Bauhauses.

Katharina Spalatin, Ehefrau Georg Spalatins, beschwert sich 1525 bei dem sächsischen Kurfürst Johann dem Beständigen darüber, dass das St. Georgenstift in Altenburg ihre Ehe mit dem Reformator nicht als rechtens anerkennt und bitte um Unterlaß desselben. / LATh-StA Altenburg, Landesregierung, Nr. 4251, Bl. 153r

Handgeschriebener Brief mit Unterschrift Katharina Spalatins

UNESCO-Weltdokumentenerbe: Der eigenhändige Entwurf Martin Luthers für seine Rede am 18. April 1521 vor dem Reichstag in Worms, 17./18. April 1521 / LATh-HStA Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. E 81

Queen Victoria unterrichtet in einem persönlichen Brief ihren Schwager Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha über den Tod des Königs Georg V. von Hannover 1878 (Detail mit Autograph) / LATh-StA Gotha, Staatsmin. Dep. C, Loc. G. Tit. XVIII.1, Nr. 17

Diese Urkunde des böhmischen Königs Matthias von 1615 ist gegengezeichnet von den königlichen Statthaltern Slawata und Graf von Martinitz, die 1618 Opfer des Zweiten Prager Fenstersturzes wurden, dem Auslöser des Dreißigjährigen Krieges / LATh-StA Greiz, Hausarchive Obergreiz und Untergreiz, Nr. 290

Der Mainzer Erzbischof Heinrich bestätigt am 1. Januar 1349 die Wahl des Grafen Günther XXI. von Schwarzburg zum römischen König - als Gegenkönig zu Karl IV., dem späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Detail mit Siegeln). / LATh-StA Rudolstadt, Archivum Commune 96

Das 1919 in Weimar entstandene und dort bis 1926 bestehende Staatliche Bauhaus gehört zu den bedeutendsten Kunstschulen der europäischen Moderne. Die im Hauptstaatsarchiv Weimar überlieferten Akten und Dokumente sind in einem Online-Findbuch mit dazugehörigen Digitalisaten erschlossen und recherchierbar. / LATh-HStA Weimar, Staatliches Bauhaus Nr. 29, Bl. 1v

Drucksache des Bauhauses, die alle lehrenden Meister namentlich aufführt

Geschichte des Landesarchivs

Das Landesarchiv fußt auf den gewachsenen Archivstrukturen der Thüringer Kulturlandschaft. Alle Standorte des Landesarchivs Thüringen haben eine mehrere Jahrhunderte zurückreichende Geschichte, welche die Entwicklung der thüringischen Kleinstaatenwelt in den vergangenen Jahrhunderten widerspiegelt.

Angesiedelt in den ehemaligen Residenzen Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen, Rudolstadt und Weimar bilden sich in den Abteilungen des Landesarchivs Thüringen noch deutlich die historischen Behördenstrukturen jener Territorialstaaten ab, deren Staatswesen mit der Aufhebung der Monarchie 1918 untergingen (siehe Karte).

In Folge des Zusammenschlusses der thüringischen Einzelstaaten zum Land Thüringen im Jahr 1920 entstanden 1923 aus den Archiven der bisherigen Fürstentümer die Thüringischen Staatsarchive, denen 1932 mit der "Thüringischen Archivordnung" ein gesetzlicher Rahmen gegeben wurde.

Nach der Auflösung der Länder in der DDR 1952 verloren diese Staatsarchive ihre Bindung an die nicht mehr existente föderative Struktur. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 erhielten sie unter der Kulturhoheit des neuen Bundeslandes einen neuen Status als öffentliche Archive des Freistaates Thüringen. Im Jahr 2016 wurden die zuvor selbständigen sechs Staatsarchive organisatorisch zu einem Landesarchiv Thüringen zusammengefasst.

 

  • Abbildung aus: Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995. Herausgegeben von Bernhard Post und Volker Wahl, Redaktion Dieter Marek. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1999. (Einbandspiegel vorne)

Bedeutung der Archive für Staat und Gesellschaft

Die Archivdeklaration (UDA) der UNESCO

Am 10. November 2011 verabschiedete die 36. Generalversammlung der UNESCO die Archivdeklaration (Universal Declaration on Archives - UDA). Sie stellt zwei zentrale Funktionen von Archiven heraus, die als kulturbewahrende Institutionen und als unverzichtbarer Bestandteil des Rechtstaates gewürdigt werden.

Initiiert wurde die Archivdeklaration vom Internationalen Archivrat (International Council on Archives). Die UNESCO ruft alle Mitgliedstaaten auf, nach den Prinzipien der Deklaration zu handeln. Diese liegt inzwischen in über dreißig Sprachen vor.

Selbstverpflichtung im Dienste der Qualitätssicherung

Gute wissenschaftliche Praxis (DFG)

Wissenschaft gründet auf Redlichkeit. Diese ist eines der wesentlichen Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis und damit jeder wissenschaftlichen Arbeit. Nur redliche Wissenschaft kann letztlich produktive Wissenschaft sein und zu neuem Wissen führen. Unredlichkeit hingegen gefährdet die Wissenschaft. Sie zerstört das Vertrauen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander sowie das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft, ohne das wissenschaftliche Arbeit ebenfalls nicht denkbar ist.

Das Landesarchv Thüringen setzt daher die Empfehlungen der DFG zur "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" um und verpflichtet sich damit zu wissenschaftlicher Redlichkeit.

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